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Kulturelle und Kulinarische Genüsse
Eine Tagestour von Florenz ins „Jerusalem der Toskana“ und ins „Manhattan des Mittelalters“
Ausflüge und Touren
Klöster und kulinarisches an der via cassia
Die Via Cassia, die heutige SS 2, führt durch uraltes Kulturland mit Weinbergen, Zypressenalleen und majestätischen Villen, befestigten Weilern, mittelalterlichen Burgen sowie stillen, abgelegenen Klöstern und Taufkirchen südwärts Richtung Siena. In Colle di Val d'Elsa verlässt die Route die Via Cassia und führt über die Etruskerstadt Volterra und das „Jerusalem der Toskana“ nach San Gimignano. Unterwegs locken mehrere gute Trattorien, und an Gelegenheiten zum Kauf von Wein und Olivenöl direkt beim Erzeuger mangelt es ebenso wenig. Für die rund 190 km lange Tour sollten Sie mindestens einen vollen Tag einplanen.
Die Fahrt beginnt auf der Via Cassia, der alten Römerstraße (heute die Strada Statale 2), in Florenz an der Porta Romana. Noch vor der Autobahn erhebt sich in Galluzzo rechts der Straße der grandiose Komplex der Certosa (Di-So 9-12 und 15-17, im Sommer bis 18 Uhr) mit den charakteristischen Mönchszellen. Der 1341 errichteten Kartause, reich an Kunstschätzen und mit einer bewegten Geschichte, sollten Sie einen Besuch abstatten.
Aus Zeitgründen nehmen Sie dann die Schnellstraße (superstrada) Firenze-Siena und verlassen sie nach 18 km an der Ausfahrt Tavarnelle. Vorbei am Ort selbst liegt etwa 500 m hinter dem Ortsende auf einer Kuppe rechts die Abfahrt nach Spoiano, einer schönen Renaissancevilla mit herrlichem Blick. Hier betreibt die Familie Waspi Agritourismus und verkauft Weine der Colli Senesi und vorzügliches kalt gepresstes Olivenöl - alles aus biologischem Anbau (Tel. 0558077313 | www.toscanaholidays.com).
Zurück auf der Hauptstraße, fahren Sie bis zur Ausfahrt Colle Val d'Elsa Nord. Der Ort Colle di Val d'Elsa besteht aus einem mittelalterlichen Teil, Colle Alta, mit der Kirche Santa Caterina (15. Jh.), dem Domplatz mit Dom (17. Jh.), Palazzo Pretorio mit der wappengeschmückten Fassade (Baubeginn 13. Jh.), der das Archäologische Museum (Mai-Sept. Di-Fr 10.30 bis 12.30 und 15.30-18.30, Sa/So 10.30 bis 12.30 und 15.30-18.30, Oktober bis April Di-Fr 15.30-17.30, Sa/So 10.30-12.30 und 15.30-18.30 Uhr) beherbergt, sowie dem Castello (12. Jh.). Colle Bassa, am Fuß des Hügels, hat mit der Kirche Sant'Agostino (13. Jh.) eine besondere Kostbarkeit aufzuweisen. Bekannt ist die Stadt vor allem als Zentrum der Kristallschleiferei (Museo del Cristallo | Palmsonntag bis Oktober Di-So 10-12 und 16-19.30, Nov.-Palmsamstag Di-So 15-19, Sa/So auch 10-12 Uhr | Via dei Fossi, 8 a).
Auf der Weiterfahrt folgen Sie den Hinweisen nach Volterra. Die Straße führt in Kehren mit traumhaften Ausblicken in die faszinierende, karge und spärlich besiedelte Landschaft hinauf zur alten Etruskerstadt Volterra. Nach Besichtigung der Stadt (etwa 1-2 Std.) folgen Sie den Hinweisen „Balze“; rechts und links der Straße erkennt man Reste der etruskischen Mauern und links die Kirche San Giusto am Rand der Erdabstürze (Parkplatz).
Die Straße mit Blick auf das entschwindende Volterra führt hinab ins Tal durch Macchia und Niedrigwald Richtung San Gimignano. Sie biegen jedoch 10 km vorher an der Kreuzung bei Castagno links Richtung Gambassi Terme ab. Auf der linken Straßenseite taucht nach wenigen Metern die Osteria Il Castagno (Di geschl. | Tel. 0571678045 | €) auf. Kurz nach dem Gasthof biegt links die Straße nach San Vivaldo (5 km) ab, wo wiederum sofort rechts nach dem Ortsschild der Weg zum Convento abgeht. Im hohen Tannenwald um das Kloster liegen 18 kleine Kapellen. Sie sind mit mehrfarbigen, meist lebensgroßen Terrakottafiguren ausgestattet, die die Lebens- und Leidensgeschichte Christi darstellen. Wie Kirche und Kloster wurden auch die Kapellen im 16. Jh. gebaut und werden Sacro Monte (April-Okt. Mo-Sa 15-19, So 10-19, Nov.-März tgl. 14-17 Uhr), heiliger Berg, genannt. Wie auf einem Pilgerweg wandert man hier von Kapelle zu Kapelle. Im angeschlossenen Ristorante Il Focolare (Ostern-Okt. tgl. abends, Fr-So auch mittags, im Winter nur Sa-Abend und So-Abend | Tel. 057169498 | €) wird man warm empfangen und bekocht. Wer die Straße von San Vivaldo weiterfährt, erreicht nach 4,5 km Castelfalfi mit dem schönsten und modernsten Golfplatz (22 Löcher) der Toskana, mit Fischgewässer, drei Pools und Übernachtungsmöglichkeit (Wiedereröffnung voraussichtl. Herbst 2010 | Tel. 0571890111 | Fax 0571890115 | www.castelfalfi.it).
Zurück auf der Hauptstraße hinter Castagno, fahren Sie an der Kreuzung links weiter Richtung San Gimignano. Nach gut 2 km führt, wiederum links, eine Bilderbuch-Zypressenallee zum Ristorante Casa Al Chino (Do geschl. | Tel. 0577946022 | www.latorrefattoria.it | €-€€) mit Aussichtsrestaurant und drei preiswerten Zimmern. Von der Straße kommen Sie nach weiteren 500 m links auf eine Staubstraße, die in 2,5 km zum Mutterhaus, der Fattoria La Torre, führt, einem Gut mit Wein- und Olivenölverkauf. Einer der besten Weine dieser Gegend aber kommt aus der Azienda Agricola Teruzzi & Puthod (Tel. 0577940143) in der Ortschaft Casale am Fuß von San Gimignano, dessen Türme sich am Ende der Stra- ße aufbauen. Im Sommer gibt es eine Verkaufsstelle rechts an der Straße, im Winter folgen Sie den Hinweisen ins Tal hinunter zur fattoria.
Zurück umfahren Sie San Gimignano rechts bis zur Porta San Giovanni und ihrem bewachten Parkplatz und kehren nach der Besichtigung der Stadt (1-2 Std.) nach Poggibonsi und über die Superstrada nach Florenz zurück.