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unter geniessern weithin berühmt
Deftige Suppen, herzhaftes Landbrot und Wild aus den Wäldern bilden die ideale Grundlage für die gehaltvollen Weine
Wenn Sie in der Toskana Urlaub machen, sollten Sie die sprichwörtlich gute Küche des Landes genießen - sie ist unendlich vielseitig: Jede Region hat ihre speziellen Rezepte; von Fisch bis Wild, von Pilzen bis grünem Spargel, von Artischocken bis Kastanien wird alles frisch in der traditionsgebundenen Küche verwendet.
Bekannt ist die Toskana für ihr vorzügliches Olivenöl und den würzigen Schafskäse von den Weideländern im Süden. An der Küste bietet man natürlich Meeresfrüchte und Fisch an, etwa cacciucco, die berühmte Fischsuppe Livornos.
Die klassische Speisenfolge ist folgendermaßen: antipasto (Vorspeise - meist kalt), primo piatto (erster Gang aus Suppe, Reis- oder Nudelgericht), secondo piatto (Hauptgericht - Fleisch oder Fisch) mit contorno (Beilage, die separat dazubestellt werden muss), formaggio (Käse) oder/und dolce (Dessert), caffè und eventuell ein Digestif. Natürlich kann man die Speisenfolge auch kürzen. Für Schnellgerichte gibt es tavole calde (Selbstbedienungsrestaurants), Pizzerien oder Spaghetterien.
Im ristorante und in der trattoria müssen meist etwa 2 Euro pro Person für pane e coperto (Brot und Gedeck) bezahlt werden; der Preis dafür ist auf der Karte angegeben. In den letzten Jahren setzt sich bei den Italienern allmählich die Erkenntnis durch, dass dieser Preisaufschlag als kundenfeindlich empfunden wird. Es gibt bereits erste gesetzliche Verbote für die Berechnung von pane e coperto. Die Rechnung wird immer für den ganzen Tisch ausgestellt; wenn Sie es wünschen, teilen Sie selbst.
An das Frühstück der Italiener, das für unsere Begriffe gar kein richtiges ist, kann man sich ganz schnell gewöhnen. Am besten suchen Sie die nächste Bar auf und bestellen sich einen cappuccino und eine brioche (Hefehörnchen). Nur in Erste-Klasse-Hotels ist nicht vom Hotelfrühstück abzuraten.
Acqua (einfaches Wasser), acqua minerale gassata bzw. frizzante (kohlensäurehaltiges Mineralwasser) oder acqua non gassata (ohne Kohlensäure) begleitet jedes Essen. Bei den Rotweinen nimmt natürlich der Chianti eine Vorrangstellung ein, besonders der Chianti Classico aus der Gegend zwischen Florenz und Siena: eine rund 800 km² große, in über 700 Weingüter aufgeteilte Hügellandschaft, die zu 45 Prozent aus Wald besteht. In dieser Region werden die Rebsorten zur Gewinnung des berühmten Chianti Classico angebaut. Bereits 1444 schlossen sich Radda, Gaiole und Castellina in der Lega del Chianti zusammen, die feste Regeln für die Güte des hier erzeugten Weins festlegte. 1874 setzte der Baron Bettino Ricasoli ein Mischungsverhältnis für den „Gallo Nero“ fest, das beinahe unverändert noch heute gilt: Weine, die als Gütesiegel diesen schwarzen Hahn auf dem Etikett am Flaschenhals führen, bestehen aus mindestens 80 Prozent Sangiovesetrauben. In den letzten Jahren wurden die früher sehr starren Vorschriften aufgrund von Protesten experimentierfreudiger Winzer gelockert. Aber noch immer gilt, dass, wer einen rebsortenreinen Chianti aus 100 Prozent Sangiovesetrauben keltert, kein DOC-Siegel erhält (denominazione di origine controllata = kontrollierte Ursprungsbezeichnung). Der Wein kommt als vino da tavola auf den Markt, obwohl manche dieser „Tafelweine“ - inzwischen gerne „Supertuscans“ genannt - erheblich teurer und von höherer Qualität sind als ein DOC-Chianti mit dem Hahn.
Weitere gehaltvolle Rotweine sind die Chiantiweine der sienesischen und Aretiner Hügel und der Chianti Putto aus dem Sievetal sowie die Rotweine aus dem unteren Arnotal bei Carmignano und Montalbano. Zu den berühmtesten Rotweinen gehören der körperreiche und tanninbetonte Brunello di Montalcino, der nur aus Sangiovesetrauben gekeltert wird und mindestens zwei Jahre in Holzfässern oder mindestens vier Monate in der Flasche lagern muss, der rubinrote Vino Nobile di Montepulciano (Sangiovese und Canaiolo), der Morellino di Scansano aus der Maremma und - vor allem - Sassicaia und Ornellaia aus Bolgheri. Bekannte Weißweine sind der goldfarbene Vernaccia aus San Gimignano, der Bianco di Montecarlo und der Bianco Vergine, der „jungfräuliche“ Weiße aus der Gegend um Cortona.
Die Italiener trinken vor allem zum Essen Wein; oft wird der offene Hauswein (vino della casa oder vino aperto) dem teureren Flaschenwein vorgezogen. Bier wird auch in Italien immer beliebter, vor allem zur Pizza wird fast ausschließlich Bier, meist vom Fass (alla spina), getrunken.
Spezialitäten
acquacotta
„gekochtes Wasser“, Suppe aus Zwiebeln, Gemüse, Ei, Olivenöl und geröstetem Brot
Spezialitäten
arista alla fiorentina
Florentiner Schweinebraten, mit Knoblauch und Rosmarin gewürzt
Spezialitäten
bistecca alla fiorentina
ein bis zu 3 cm dickes T-Bone-Steak vom Grill, das nur von den weißen Chianinarindern stammen darf. Der Preis wird pro etto (100 g) angegeben.
Spezialitäten
bruschetta
auch fettunta: geröstete Brotscheiben mit klein gehackten Tomaten und Basilikum
Spezialitäten
cacciucco alla livornese
sämige Fischsuppe, die mindestens fünf Sorten Fische und Meeresfrüchte enthält
Spezialitäten
cantucci di Prato
harte Mandelbiskuits, die in vin santo getaucht werden
Spezialitäten
castagnaccio
herzhafter Kuchen aus Kastanienmehl mit Rosmarin, Olivenöl, Pinienkernen. Herbstspezialität um Lucca
Spezialitäten
crostini
geröstete Brotscheiben, mit einer Farce aus Hühnerleber bestrichen
Spezialitäten
fagioli all'uccelletto
weiße Bohnen mit Tomaten und Salbei
Spezialitäten
panforte
Gewürzkuchen aus Siena
Spezialitäten
panzanella
Salat aus Landbrot, Tomaten, Gurken und Zwiebeln
Spezialitäten
pappardelle
breite Bandnudeln, meist mit Ragout vom Hasen (lepre) oder Wildschwein (cinghiale) serviert
Spezialitäten
pici
handgerollte, dicke Eiernudeln, typisch für das Casentino
Spezialitäten
ribollita
die „Aufgewärmte“, deftige, über Stunden gekochte, eingedickte Suppe aus weißen Bohnen, Schwarzkohl und Suppengrün, die vor dem Servieren über Landbrot gegossen wird
Spezialitäten
trippa alla fiorentina
Kutteln mit Tomatensauce und geriebenem Parmesan
Spezialitäten
zuppa di farro
herzhafte Dinkelsuppe mit Bohnen, Kichererbsen und Tomaten. Besonders in der Garfagnana verbreitet