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MARCO POLO Korrespondenten Doris Ladstaetter und Ewout Kieckens im Interview
Die Journalistin Doris Ladstaetter schreibt für Schweizer Zeitungen über Italien, vor allem NZZ am Sonntag und Weltwoche. Ewout Kieckens arbeitet als freier Journalist für niederländische Medien und schreibt Bücher, vor allem über den Vatikan. Beide wohnen seit drei Jahren in der Maremma.
Unser Insider
Wie kamen Sie in die Toskana?
Wir haben fast zehn Jahre lang in Rom gewohnt und uns dann ein Wochenendhaus am Meer bei Talamone in der Maremma zugelegt. Nach einem Jahr Pendeln sind wir ganz hierhin umgezogen.
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Was hat Sie überzeugt?
Dass wir im Sommer im sauberen Meer und im Winter in dampfenden Schwefelwasserquellen baden, uns außer im August nie an übervollen Orten bewegen und den Tag mit der besten Küche Italiens oder einem Segeltörn ausklingen lassen können. Dazu die Landschaft und ihre wechselnden Farben, die endlosen Hügel, deren Spitzen fast immer mit kleinen Dörfern geziert sind, und natürlich die geheimnisvolle Kultur der Etrusker, über die es noch viel zu erfahren gibt.
Unser Insider
Und was gefällt Ihnen nicht so?
Im Großen: dass die Menschen stets auf die Vergangenheit starren statt in die Zukunft zu blicken. Im Kleinen: die agriturismi mit dem Terrakottaboden und dem Fotoalbum über die Renovierungsarbeiten auf dem Rezeptionstisch. Eine gute Idee, die man inzwischen überall sieht. Etwas Abwechslung wäre schön!
Unser Insider
Wie wohnen Sie in der Toskana?
In einem renovierten Bauernhaus am Meer, das auf einer Zisterne gebaut wurde, die die alten Römer im 2. Jh. errichtet haben. Zu unserem Landhaus gehört auch eine kleine Kirche aus dem 17. Jh. Da unser Haus im Naturpark der Maremma steht, sind Hirsche, Füchse und Wildschweine regelmäßige Gäste in unserem Garten.
Unser Insider
Gibt es noch eine unentdeckte Toskana?
An Werktagen von November bis April ja. Dann sind die Toskaner in den Dörfern und Städten unter sich, selbst der Turm von Pisa kann an solchen Tagen ein kaum besuchter Ort sein. In solchen Momenten lernen wir Menschen und Orte anders kennen als in der Hochsaison, in der doch alle versuchen, die sorgenlosen Gastgeber zu geben. Nach drei Jahren in der Toskana sind wir überzeugt - für die Toskana gilt, was man über Rom sagt: Ein Leben reicht nicht aus.