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Der Westen
Marmor und Maremma
Vom Schiefen Turm in Pisa zum lebhaften Badeleben an den Strand
Auf dem rund 300 km langen Küstenstreifen der Toskana ist Abwechslung garantiert: berühmte Städte, Naturschutzgebiete, Etruskergräber - und natürlich Strand- und Badefreuden.
Ausführliche Informationen zur beliebten Ferieninsel Elba und den sechs anderen der Küste vorgelagerten Inseln des Parco Nazionale dell'Arcipelago Toscano finden Sie im MARCO POLO Band „Elba/Toskanischer Archipel“.
Grosseto
Im flachen Mündungsgebiet des Flusses Ombrone gelegen, hat sich Grosseto (71000 Ew.) im 20. Jh. zu einem der landwirtschaftlich wichtigsten Zentren der südlichen Toskana entwickelt.
Bis es so weit war, mussten über Jahrhunderte Versuche unternommen werden, die einst malariaverseuchte Gegend trockenzulegen. Als die Stadt im 16. Jh. unter Florentiner Herrschaft gefallen war, wurde sie von einer sternförmigen Festungsmauer umgeben, auf deren Bastionen man heute spazieren gehen kann.
Livorno
Livorno (161000 Ew.) ist die größte Hafenstadt und die zweitgrößte Stadt der Toskana.
Der Hafen bestimmt das Bild der Stadt im Norden: kilometerlange Container- und Raffinerieanlagen. Die Altstadt durchziehen Kanäle, und die Bastionen um den alten Hafen Porto Mediceo zeugen von der früheren Machtstellung der Stadt.
Massa und die Versilia
Die Provinz Massa-Carrara im nordwestlichen Zipfel der Toskana, die hauptsächlich das Gebiet der Lunigiana beiderseits des Magratals bis zum Cisapass umschließt, unterscheidet sich geologisch und wirtschaftlich wesentlich von den übrigen Provinzen der Toskana.
Der industriell unerschlossene Norden besteht zu vier Fünfteln aus bewaldetem Bergland. Einzige Einkommensquelle war in dieser Gegend noch bis nach 1945 der Marmor.
Landschaftlich liegen die beiden Städte Massa und Carrara in einer geradezu traumhaft schönen Kulisse, gebildet vom Ligurischen Meer im Westen und den Bergen der Apuanischen Alpen mit den weithin weiß leuchtenden Marmorbrüchen und den Gipfeln des Monte Pisanino (1945 m) und Monte Sagro (1749 m) im Osten. Im Sommer werden die weißen Abgründe der Marmorbrüche über Carrara von Touristen oft für Schneefelder gehalten. Gut markierte Wege und zahlreiche Schutzhütten (rifugi) machen die Gegend zu einem idealen Ziel für Naturfreunde, Wanderer und Bergsteiger. Der hier angelegte Naturpark Parco Regionale delle Alpi Apuane (www.parcapuane.toscana.it) umfasst praktisch das ganze Gebirge.
Von den Apuanischen Alpen gegen raue Winde geschützt, war dieser Küstenstrich bereits im späten 19. Jh. das ganze Jahr hindurch Treffpunkt der feinen Leute und Künstler und gilt auch heute noch als die mondänste Badeecke der Toskana. Schlichte Trattorien locken mit einfacher Küche, elegante Restaurants mit raffinierten Kreationen, in enoteche spült man die Häppchen mit Candia hinunter, einem herben Weißwein, der an den Hängen der Alpi Apuane wächst. Am Abend ist die ganze Küste von Marina di Carrara bis Viareggio eine sichelförmige Lichterkette, und unter den Palmen der Uferpromenade lassen sich die Menschen treiben. In und um Torre del Lago hat sich zudem eine große Gayszene etabliert (www.friendlyversilia.it).
Die Provinzhauptstadt Massa (70000 Ew.) erstreckt sich beiderseits der Autostrada della Versilia vom Badeort Marina bis zum dicht bewaldeten Fuß der Apuanischen Alpen. In der Niederung haben sich Industriewerke angesiedelt, eine 4,5 km lange Allee führt zum Meer. Die Stadt liegt am Hang, mit engen und verwinkelten Gassen, aber auch mit Palmen und viel weißem Marmor.
Pisa
Die Stadt (87000 Ew.) dehnt sich zu beiden Seiten des hier schon recht breiten Flusses Arno, nur 9 km von dessen Mündung ins Meer, am Fuß der sanft ostwärts ansteigenden Pisaner Berge aus.
Große Macht und ungeheuren Reichtum erlangte die Stadt als Seerepublik im Mittelalter. Pisa hatte sich bereits im 9. Jh. mit seiner Flotte das Handelsmonopol im westlichen Mittelmeer bis zu den arabischen Ländern gesichert. Als 1284 die Flotte durch das rivalisierende Genua vernichtend geschlagen wurde, setzte der langsame Niedergang Pisas ein. Die beginnende Versandung des Seehafens besiegelte das Schicksal der mächtigen Republik. 1406 fiel auch Pisa an Florenz und in den Machtbereich der Medici. Von Glanz und Macht der einstigen Seerepublik und den danach unter Florentiner Herrschaft verbrachten Jahren florierenden Handels zeugen noch einige stattliche Paläste entlang der Promenaden beiderseits des Flusses.
Das moderne Pisa ist ein wichtiges Landwirtschaftszentrum und hat bedeutende pharmazeutische und Metall verarbeitende Betriebe. Hier wurde die weltberühmte Vespa entworfen und gebaut. Während der letzten Jahre konzentriert sich die Wirtschaft der Stadt aber immer mehr auf Handel und Tourismus. Schon im Mittelalter hatte Pisa eine berühmte Universität. Heute sind über 30000 Studenten an ihren elf Fakultäten eingeschrieben.
Dass Sie sich in einer der bekanntesten Touristenstädte der Welt befinden, wird Ihnen beim Rundgang auf Schritt und Tritt bewusst werden, besonders um den Campo dei Miracoli, auf dem sich weiß leuchtend der Dom, das Baptisterium, der Camposanto und der Campanile - der Schiefe Turm - erheben. Sie sollten aber nicht nur den gelben Schildern folgen, sondern sich ruhig vom Touristenstrom entfernen und die Stadt zu Fuß erkunden - der Kern ist klein, und der Fluss macht die Orientierung leicht.
Low Budget
Kilometerlanger Sandstrand, zum Teil mit Pinien hinter den Dünen, und alles gratis: Während man in den meisten Strandbädern der Versilia viel Eintritt bezahlen muss, gibts den Strandgenuss in Torre del Lago umsonst.
Kostenloser Badespaß: In den Open-Air-Thermalwannen in Terme di Saturnia (unten im Tal, beim Flüsschen Torrente Gorrello), können Sie sich im warmen Schwefelwasser aalen.
Die zwei jungen Besitzer bedienen lässig, die mamma kocht gut und für Preise, die in dieser gelb-schwarz getünchten Trattoria in Grosseto an Lirazeiten erinnern: Il Gatto e la Volpe | Di geschl. | Chiasso delle Monache 9/11 | Tel. 3407824695 | €
Der Surfertreff ist der Versilia Surf Club (Tel. 3482368488 | www.versiliasurf.it) in Forte dei Marmi, der bisweilen sogar Gratiskurse für Touristen anbietet.
Günstige, leckere Landküche - Spezialität: Wildschwein - in den Hügeln im Hinterland der Küste genießen Sie im Le Logge (Di geschl. | Piazza Casalini, 4 | Tel. 0566916397 | €) in Monterotondo Marittimo.